Aktuell: 2018    
Neues Fenster für Friedhofshalle ! Der    Abschiedsraum    der    Friedhofshalle    in    Büchenbeuren    wird    seit    kurzem    durch    ein    buntes Glasfenster     aufgewertet,     dass     nun     erstmals     der     Öffentlichkeit     vorgestellt     wurde.     Die Büchenbeurener Künstlerin Jutta Christ schenkte ihrer Ortsgemeinde den Entwurf. Da   die   Friedhofshalle   nur   zu   traurigen   Anlässen   geöffnet   ist,   hatten   Interessierte   die   Möglichkeit zur Besichtigung. Der   Einbau   des   Fensters   bildete   den   Abschluss   der   Renovierungsarbeiten,   die   im      vergangenen Jahr   durchgeführt   wurden.   Als   die   Türen   der   Friedhofshalle   am      Sonntagmorgen   geöffnet   wurden, war   der   „Wow-Effekt“   bei   den   Anwesenden   unüberhörbar,   denn   der   Blick   der      nun   auf   das   neue bunte   Glasfenster   freigegeben   wurde,   flutete   den   ganzen   Abschiedsraum   mit   einem   strahlenden Licht. Wer   sich   noch   an   den   bisherigen   Zustand   erinnern   konnte,   wusste,   dass   an   der   nördlichen   Wand Glasbausteinelemente      verbaut   waren,   alles   war   sehr   dunkel   und   finster,   daher   war   es   für   die Betrachter nun umso erfreulicher, die strahlende, farbige Atmosphäre zu genießen. Guido   Scherer,   Bürgermeister   der   Ortsgemeinde   Büchenbeuren,   konnte   zur   Vorstellung   zahlreiche Gäste    willkommen    heißen.    Er    schilderte,    dass    die    Initiative    den    Raum    mit    einem    Glasfenster ansprechend   zu   gestalten   von   Pfarrerin   Sandra   Menzel      gekommen   sei.      Seitens   der   Gemeinde wünschte   man   sich   ein   abstraktes   Motiv,   man   wollte   keine   Bleiverglasung   und   da   es   sich   um   eine gemeindliche   Einrichtung   handelt,   sollten   keine   christlichen   Symbole   enthalten   sein,   denn   alle Menschen   sollen   sich   hier   aufgehoben   fühlen,   so   der   Bürgermeister.   Mit   diesen   Vorgaben   trat   man an    Jutta    Christ    mit    der    Bitte    heran,    ein    entsprechendes    Fenster    zu    gestalten.    Einer    von    vier Entwürfen,   fand   die   Zustimmung   des   Gemeinderates.   Nun   ging   es   daran   den   Entwurf   umzusetzen. Guido   Scherer   hatte   sich   im   Internet   umgeschaut   und   war   auf   die   Homepage   der   Kunstglaserei Rottweil    gestoßen,    die    ihn        überzeugte.    Der    erste    Besuch    in    der    Werkstatt    bestärkte    seinen Entschluss,   das   Fenster   dort   anfertigen   zu   lassen.   Es   folgten   weitere   zwei   Besuche,   bei   diesen wurde   er   von   Jutta   Christ   begleitet.   Gemeinsam   mit   den   Experten   vor   Ort   wurden   die   einzelnen Farbtöne    für    das    Fenster    ausgewählt.    Die    Gläser    sind    handgemacht    und    werden    von    einer Glashütte   im   Bayerischen   Wald   hergestellt.   Nun   war      Holger   Hoffmann   von   der   Kunstglaserei Rottweil   gefordert,   die   Vorlage   in   ein   ansprechendes   Glasfenster   umzusetzen.   Fast   170   Einzelteile wurden   von   ihm   aus   den   ausgewählten   Gläsern   ausgeschnitten   und   bearbeitet.   Das   Glas   wurde   mit Quarzsand   aufgeraut,   damit   es   nicht   zu   durchsichtig   wirkt,   eine   opale   Streuung   des   Lichtes   konnte mit   dieser   Technik   erreicht   werden.   Mit   seinem   Werk   ist   der   Kunstglaser   aus   Rottweil,   der   das Fenster    vor    Ort    einbaute,    ebenso    zufrieden    wie    die    Künstlerin,    die    mit    der    Umsetzung    ihres Entwurfes   im   Einklang   ist.   Für   Jutta   Christ   war   es   schon   lange   ein   Anliegen,   sich   in   irgendeiner Weise   mit   einer   Arbeit   in   ihrer   Heimatgemeinde   einzubringen,   mit   dem   Glasfenster   ist   ihr   das   nun hervorragend gelungen. Die    Künstlerin    erläuterte    bei    der    Vorstellung    die    Entstehung    ihres    Entwurfes.    Für    sie    war    es zunächst   schwierig   in   ein   und   demselben   Bild   über   Tod,   Trauer, Abschied,   über   Trost   und   Hoffnung zu    sprechen    und    das    ohne    die    Zuhilfenahme    von    christlichen    Symbolen.    Nach    monatelangen Überlegungen    und    zahllosen    Skizzen,    sei    sie    zur    vorliegenden    Lösung    gekommen.    Sie    habe absichtlich   eine   einfache   Bildsprache   gewählt,   die   jeder   verstehen   könne.   Die   dunklen   Quadrate gestaltete   sie   in   kalten   Farben,   diese   sollten   im   unteren   Bildbereich   das   Schwere,   die   Last   und   die Trauer   ausdrücken.   Oben   wo   der   Himmel   ist,   die   Sonne   scheint,   wo   es   warm   ist,   wo   man   sich   freut, ordnete   sie   die   Quadrate   mit   den   warmen   Farbtönen   an.   Die   helle      runde   Scheibe   Im   Zentrum   des Fensterrechtecks   offenbart   ihre   Bedeutung   wie   von   selbst.   Mitten   im   Dunkeln   kann   man   die   Sonne nicht   am   Hell-sein   hindern,   mitten   im   Schweren,   mitten   in   der   Trauer   geht   das   Leben   unbeirrt seinen   Gang.      Die   Quadrate   hat   Jutta   Christ   von   Hand   gezeichnet   und   ausgemalt,   absichtlich   nicht regelmäßig,   nicht   mit   dem   Lineal   gezogen.   Sie   sind   vielmehr   verschieden,      wie   die   Episoden   im Menschenleben,    so    die    Künstlerin,    die    voller    Freude    feststellte,    dass    das    Werk    durch    die meisterliche   Arbeit   der   Glaskünstler   aus   Rottweil   gelungen   sei.   Mit   viel   Applaus   bestätigten   die Besucher   diesen   Eindruck.   Auch   Pfarrerin   Sandra   Menzel      hält   das   Fenster   für   ein   gelungenes Werk,   sie   stehe   am   häufigsten   hier   und   freue   sich   über   mehr   Licht   und   Wärme,   ihr   Dank   ging   an   die Ortsgemeinde und an Jutta Christ. Foto und Text von Gisela Wagner 
Altes Amt
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Neues Fenster für Friedhofshalle ! Der    Abschiedsraum    der    Friedhofshalle    in    Büchenbeuren    wird    seit    kurzem    durch    ein    buntes Glasfenster     aufgewertet,     dass     nun     erstmals     der     Öffentlichkeit     vorgestellt     wurde.     Die Büchenbeurener Künstlerin Jutta Christ schenkte ihrer Ortsgemeinde den Entwurf. Da   die   Friedhofshalle   nur   zu   traurigen   Anlässen   geöffnet   ist,   hatten   Interessierte   die   Möglichkeit zur Besichtigung. Der   Einbau   des   Fensters   bildete   den   Abschluss   der   Renovierungsarbeiten,   die   im      vergangenen Jahr   durchgeführt   wurden.   Als   die   Türen   der   Friedhofshalle   am      Sonntagmorgen   geöffnet   wurden, war   der   „Wow-Effekt“   bei   den   Anwesenden   unüberhörbar,   denn   der   Blick   der      nun   auf   das   neue bunte   Glasfenster   freigegeben   wurde,   flutete   den   ganzen   Abschiedsraum   mit   einem   strahlenden Licht. Wer   sich   noch   an   den   bisherigen   Zustand   erinnern   konnte,   wusste,   dass   an   der   nördlichen   Wand Glasbausteinelemente      verbaut   waren,   alles   war   sehr   dunkel   und   finster,   daher   war   es   für   die Betrachter nun umso erfreulicher, die strahlende, farbige Atmosphäre zu genießen. Guido   Scherer,   Bürgermeister   der   Ortsgemeinde   Büchenbeuren,   konnte   zur   Vorstellung   zahlreiche Gäste    willkommen    heißen.    Er    schilderte,    dass    die    Initiative    den    Raum    mit    einem    Glasfenster ansprechend   zu   gestalten   von   Pfarrerin   Sandra   Menzel      gekommen   sei.      Seitens   der   Gemeinde wünschte   man   sich   ein   abstraktes   Motiv,   man   wollte   keine   Bleiverglasung   und   da   es   sich   um   eine gemeindliche   Einrichtung   handelt,   sollten   keine   christlichen   Symbole   enthalten   sein,   denn   alle Menschen   sollen   sich   hier   aufgehoben   fühlen,   so   der   Bürgermeister.   Mit   diesen   Vorgaben   trat   man an    Jutta    Christ    mit    der    Bitte    heran,    ein    entsprechendes    Fenster    zu    gestalten.    Einer    von    vier Entwürfen,   fand   die   Zustimmung   des   Gemeinderates.   Nun   ging   es   daran   den   Entwurf   umzusetzen. Guido   Scherer   hatte   sich   im   Internet   umgeschaut   und   war   auf   die   Homepage   der   Kunstglaserei Rottweil    gestoßen,    die    ihn        überzeugte.    Der    erste    Besuch    in    der    Werkstatt    bestärkte    seinen Entschluss,   das   Fenster   dort   anfertigen   zu   lassen.   Es   folgten   weitere   zwei   Besuche,   bei   diesen wurde   er   von   Jutta   Christ   begleitet.   Gemeinsam   mit   den   Experten   vor   Ort   wurden   die   einzelnen Farbtöne    für    das    Fenster    ausgewählt.    Die    Gläser    sind    handgemacht    und    werden    von    einer Glashütte   im   Bayerischen   Wald   hergestellt.   Nun   war      Holger   Hoffmann   von   der   Kunstglaserei Rottweil   gefordert,   die   Vorlage   in   ein   ansprechendes   Glasfenster   umzusetzen.   Fast   170   Einzelteile wurden   von   ihm   aus   den   ausgewählten   Gläsern   ausgeschnitten   und   bearbeitet.   Das   Glas   wurde   mit Quarzsand   aufgeraut,   damit   es   nicht   zu   durchsichtig   wirkt,   eine   opale   Streuung   des   Lichtes   konnte mit   dieser   Technik   erreicht   werden.   Mit   seinem   Werk   ist   der   Kunstglaser   aus   Rottweil,   der   das Fenster    vor    Ort    einbaute,    ebenso    zufrieden    wie    die    Künstlerin,    die    mit    der    Umsetzung    ihres Entwurfes   im   Einklang   ist.   Für   Jutta   Christ   war   es   schon   lange   ein   Anliegen,   sich   in   irgendeiner Weise   mit   einer   Arbeit   in   ihrer   Heimatgemeinde   einzubringen,   mit   dem   Glasfenster   ist   ihr   das   nun hervorragend gelungen. Die    Künstlerin    erläuterte    bei    der    Vorstellung    die    Entstehung    ihres    Entwurfes.    Für    sie    war    es zunächst   schwierig   in   ein   und   demselben   Bild   über   Tod,   Trauer, Abschied,   über   Trost   und   Hoffnung zu    sprechen    und    das    ohne    die    Zuhilfenahme    von    christlichen    Symbolen.    Nach    monatelangen Überlegungen    und    zahllosen    Skizzen,    sei    sie    zur    vorliegenden    Lösung    gekommen.    Sie    habe absichtlich   eine   einfache   Bildsprache   gewählt,   die   jeder   verstehen   könne.   Die   dunklen   Quadrate gestaltete   sie   in   kalten   Farben,   diese   sollten   im   unteren   Bildbereich   das   Schwere,   die   Last   und   die Trauer   ausdrücken.   Oben   wo   der   Himmel   ist,   die   Sonne   scheint,   wo   es   warm   ist,   wo   man   sich   freut, ordnete   sie   die   Quadrate   mit   den   warmen   Farbtönen   an.   Die   helle      runde   Scheibe   Im   Zentrum   des Fensterrechtecks   offenbart   ihre   Bedeutung   wie   von   selbst.   Mitten   im   Dunkeln   kann   man   die   Sonne nicht   am   Hell-sein   hindern,   mitten   im   Schweren,   mitten   in   der   Trauer   geht   das   Leben   unbeirrt seinen   Gang.      Die   Quadrate   hat   Jutta   Christ   von   Hand   gezeichnet   und   ausgemalt,   absichtlich   nicht regelmäßig,   nicht   mit   dem   Lineal   gezogen.   Sie   sind   vielmehr   verschieden,      wie   die   Episoden   im Menschenleben,    so    die    Künstlerin,    die    voller    Freude    feststellte,    dass    das    Werk    durch    die meisterliche   Arbeit   der   Glaskünstler   aus   Rottweil   gelungen   sei.   Mit   viel   Applaus   bestätigten   die Besucher   diesen   Eindruck.   Auch   Pfarrerin   Sandra   Menzel      hält   das   Fenster   für   ein   gelungenes Werk,   sie   stehe   am   häufigsten   hier   und   freue   sich   über   mehr   Licht   und   Wärme,   ihr   Dank   ging   an   die Ortsgemeinde und an Jutta Christ. Foto und Text von Gisela Wagner